Falsche Warnungen vor Leitungswasser auf TikTok
Mehrere Medien berichten derzeit über TikTok-Videos, in denen behauptet wird, Leitungswasser in Deutschland werde wegen angeblich erhöhter Rückstände von Mikroplastik oder Medikamenten nicht mehr „uneingeschränkt zum Trinken“ empfohlen. Stattdessen rieten Gesundheitsbehörden inzwischen dazu, das Leitungswasser vor dem Verzehr zu filtern. Immer wieder würden Kommunen auch kurzzeitig davor warnen, das Wasser aus dem Hahn zu trinken, da es verunreinigt sei. Dabei handelt es sich jedoch um falsche Behauptungen.
Das Medienunternehmen Correctiv stellt in seinem Faktencheck klar, dass es nach Angaben des Umweltbundesamtes keine Empfehlung gebe, das Leitungswasser zu filtern – und auch keine derartige Empfehlung geplant sei. Leitungswasser werde nach wie vor als Trinkwasser empfohlen. Auch weitere Medien berichten dies. Nach Angaben von ntv schrieb Hendrik Paar, Leiter des Fachgebietes für Trinkwasserhygiene beim Umweltbundesamt, dem Faktencheck-Team der Deutschen Presse-Agentur: „Das Umweltbundesamt hat keine derartige Empfehlung ausgesprochen.“ Auch von Landesbehörden oder Ministerien sei dem Amt nichts Vergleichbares bekannt. „Die Regelungen der Trinkwasserverordnung gelten weiterhin.“
Korrekt sei lediglich, dass es zeitlich und lokal begrenzte Hinweise zum Umgang Trinkwasser geben kann, etwa Abkochgebote nach Leitungsschäden oder Empfehlungen bei Chlorungsmaßnahmen. In solchen Fällen informieren lokale Behörden, zum Beispiel über Warn-Apps. Sie stellen jedoch keine generelle Warnung vor Leitungswasser als Trinkwasser dar.
Trinkwasser zählt in Deutschland zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Es wird kontinuierlich überprüft, und gesetzlich festgelegte Grenzwerte gewährleisten seine gesundheitliche Unbedenklichkeit. Laut Umweltbundesamt liegen mögliche Rückstände von Medikamenten oder Mikroplastik weit unter den relevanten Grenzwerten und gelten selbst bei täglichem Konsum als unbedenklich. Für PFAS („Ewigkeitschemikalien“) wurden zudem neue Grenzwerte eingeführt. Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch Mikroplastik im Trinkwasser gebe es derzeit nicht.
Dem Wasserverband Siegen-Wittgenstein sind derartige Empfehlungen seitens der Gesundheitsbehörden ebenfalls nicht bekannt. Die angesprochenen TikTok-Videos sind im journalistischen Stil gehalten und sollen so den Eindruck seriöser Medien erwecken. Tatsächlich lassen sie aber offen, wer dahintersteht. Das Wasser in Siegen-Wittgenstein weist eine besonders hohe Qualität auf: es stammt aus geschützten natürlichen Gebieten, ist nahezu frei von anthropogenen Einflüssen und wird sowohl im eigenen Labor als auch von unabhängigen akkreditierten Stellen fortlaufend kontrolliert.
