Anpacken für Amphibien: Kinder vom „Radio der Zukunft“ und WVS stellen Krötenwanderschilder um die Obernautalsperre auf
Mit sichtbarer Freude und einer großen Portion Tatendrang haben die Mädchen und Jungen des „Radios der Zukunft“ – einer AG der Grundschule Deuz in Zusammenarbeit mit dem Verein Qulturwerkstatt – jetzt mit dem Wasserverband Siegen-Wittgenstein (WVS) neue Hinweisschilder zur Krötenwanderung rund um die Obernautalsperre aufgestellt. Diese sollen Besucherinnen und Besucher der Talsperre dafür sensibilisieren, während der Wanderzeiten besonders auf Kröten und andere Amphibien zu achten. Denn die Talsperre und ihre Zuläufe sind Laichgewässer, die Wanderung zu den Laichplätzen kostet aber viele Tiere das Leben. Generell stellen Autos die größte Gefahr dar: von 100 Kröten, die innerhalb einer Stunde eine Straße überqueren, auf der zehn Autos fahren, überlebe nur jede fünfte, erklärte Ursula Wussow von der Qulturwerkstatt den Kindern. Der Fahrzeugverkehr ist auf dem Rundweg um die Talsperre aufgrund der Wasserschutzzone zwar stark eingeschränkt, dennoch seien aber auch hier immer wieder tote Kröten zu beklagen, die versehentlich von Spaziergängern zertrampelt oder von Radfahrern überrollt würden, berichtete Stauanlagenmeister Lars Rossmanith.
Deshalb war er sofort angetan vom Vorschlag der Kinder, am Talsperrenrundweg entsprechende Schilder aufzustellen. Die Idee dazu war den Jungen und Mädchen bereits im vergangenen Jahr gekommen. Damals hatten sie sich in ihrem Podcast nicht nur mit der Bedeutung der Biodiversität beschäftigt und erfahren, dass die Kröten aufgrund des Klimawandels in unserer Region inzwischen akut bedroht sind, sondern auch intensiv das Thema Wasser beleuchtet und an der Talsperre als Obernau-Paten Müll gesammelt. Gesagt, getan: kurzerhand organisierte der WVS vier Hinweistafeln, die jetzt – passend zur Krötenwanderzeit – gemeinsam aufgestellt wurden. Ursula Wussow und Stefan Bünnig, der das „Radio der Zukunft“ ebenfalls betreut, freuten sich gemeinsam mit den Kindern: „Es motiviert uns alle sehr, dass wir so viel Unterstützung erfahren und unser Vorschlag in die Tat umgesetzt wurde.“
Natürlich nutzten die Obernau-Paten ihren Ausflug zur Talsperre auch, um wieder Müll zu sammeln. Wie schon bei der ersten Sammelaktion im vergangenen Jahr kam erneut eine große Menge Unrat zusammen. Innerhalb kürzester Zeit hatten die Jungen und Mädchen 304 Zigarettenstummel, 138 Plastikteile und 103 Papierstücke aufgelesen. Kippen stellen eine besonders große Gefahr für die Umwelt und das Wasser dar, denn ihre Filter bestehen aus Celluloseacetat, einem Kunststoff, der zu Mikroplastik zerfällt. Außerdem enthalten die Glimmstängel bis zu 7.000 verschiedene Giftstoffe, die wasserlöslich sind. „Mit den 304 Kippen, die wir heute gefunden haben, hätte man 1.824 Zehn-Liter-Eimer Wasser, also insgesamt 18.240 Liter, verunreinigen können“, rechnete Ursula Wussow vor.
Stauanlagenmeister Lars Rossmanith zeigte sich beeindruckt von den kleinen Helferinnen und Helfern und dankte ihnen für ihren Einsatz im Sinne des Natur- und Umweltschutzes. Als Anerkennung erhielt jedes Kind eine „Obernau-Paten“-Urkunde.
Hintergrund:
Das „Radio der Zukunft“ ist eine Weiterentwicklung der seit 2019 bestehenden Radio-AG an der Grundschule Deuz. Die Kinder der 3. und 4. Klassen produzieren eigene Sendungen zu Themen, die ihnen wichtig sind – von Plastikmüll über Demokratie bis hin zur Bedeutung des Wassers. Für eine Sendung über die Obernautalsperre wurde die AG im vergangenen Jahr mit einer Sonderauszeichnung des Landes NRW geehrt.
Weitere Informationen und die Sendungen zum Nachhören gibt es hier:
» Starkes Zeichen für Umwelt- und Tierschutz: Deuzer Grundschüler sind jetzt „Obernau-Paten“
» Radio der Zukunft | Qulturwerkstatt
» Schulradio – Grundschule Deuz
